Bischof Ralph Napierski – katholischer Bischof in Union mit der römisch-katholischen Kirche

Wir wissen, dass Luther von Gott berufen wurde um die Bibel zu übersetzen und gegen Missstände in der Kirche vorzugehen.
Doch nachdem weltliche Einflüsse sich mit seinen ursprünglichen Motiven vermengten, hatte der Widersacher großen Einfluß. Dort wo der Heilige Geist wirkte, welcher der Geist der Einheit ist, dort kam es nun zu schlimmen Einflüsterungen:

Lange, sehr lange, hat die Redaktion von pius.info mit folgendem Artikel gezögert. Aus Rücksicht auf die evangelischen Christen.

Genau genommen müssten die Protestanten die 500-Jahrfeier der Reformation absagen, wenn die nachfolgenden Fakten von den Massenmedien aufgenommen würden. Sie sind geeignet, einiges Entsetzen zu erwecken.

Es geht um den Vorwurf der Kollektivschuld der Juden am Tod Jesu. Der Papst habe, so behauptet man seit Erscheinen seines neuen Buches, diese nun endlich verworfen, ganz im Sinne des „Großen Konzils“ und seines Dokuments „Nostra aetate“.

Nur die Piusbrüder, die seien ja bekanntlich noch krypto-antisemitisch, und mit der Aufhebung der Exkommunikation habe der Papst natürlich einen schwerwiegenden Fehler begangen.

So zum Beispiel behauptet es Alan Posener im gestrigen Artikel der Welt.online (16.3.).

Die Wahrheit sieht ganz anders aus: In Wirklichkeit hat die katholische Kirche gar nie eine Kollektivschuld gelehrt! Der Papst hat etwas verkündet, was schon längst vor seinem Buch Lehre der Kirche war.

Der Vordenker und Wegbereiter der Kollektivschuld sowie des Antisemitismus – nicht nur in Deutschland – ist niemand anders als Martin Luther.

Martin Luther ist der Vater des Antisemitismus und der Wegbereiter der Kollektivschuld

Dieser Punkt ist so schwerwiegend und so weitreichend, dass er der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden muss:

Luthers judenfeindlichen Äußerungen gipfeln in der 1543 in Jena erschienenen Hetzschrift: „Von den Juden und ihren Lügen“.

Diese Schrift hat den Antisemitismus in Deutschland entscheidend begründet. Wohl gab es vor Luther immer wieder vereinzelte Fanatiker. Ein gewisser Zisterziensermönch namens Radulf beispielsweise stachelte zur Zeit der Kreuzzüge die einfache Bevölkerung auf, die Juden zu töten. Doch die Kirche hat solche irrwitzigen Prediger sogleich selbst gemaßregelt und verurteilt und versucht, ihr verderbliches Treiben zu verhindern.

Der heilige Bernhard von Clairvaux tritt Radulf mit aller gebotenen Festigkeit entgegen:

„Die Predigt Radulfs kommt nicht von Gott, sondern vom Teufel… Drei Anklagen erhebe ich gegen diesen schamlosen Menschen: Er maßt sich ohne Berechtigung das Predigeramt an, er trotzt der bischöflichen Autorität und schließlich: er heißt den Mord gut. Weder die Engel noch die Apostel billigen die Ermordung der Juden. Die Kirche betet für ihre Bekehrung, und sie weiß mit Gewisheit, dass am Ende der Zeiten ganz Israel gerettet wird.“

Was war die offizielle Lehre der Kirche vor Luther zum Vorwurf der Kollektivschuld? Der größte katholische Theologe des gesamten Mittelalters, Thomas von Aquin, weiß nichts von einer Kollektivschuld. Nach seiner Summa theologica (Summa theologica III q 47 a 5 u. 6) darf es keine Pauschalverurteilung des jüdischen Volkes geben:

„Apud Iudaeos quidam erant maiores, et quidam minores. Maiores quidem, qui eorum principes dicebantur, cognoverunt eum esse Christum promissum in lege […] Minores vero, idest populares, qui mysteria Scripturae non noverant, non plene cognoverunt ipsum esse nec Christum nec Filium Dei: licet aliqui eorum etiam in eum crediderint.“

-> Er unterscheidet also zwischen den „maiores“, den Führern des Volkes, oder wie es Papst Benedikt in seinem Buch bezeichnet, der Tempelaristokratie, und den „minores“, dem einfachen, gläubigen Volk, das Christus entweder nicht erkannt hat oder von der Aristokratie in die Irre geführt wurde. „Manche“, so Thomas weiter, „haben auch an ihn geglaubt“.

Also keine Spur von einer Pauschal-Verurteilung.

Das heißt mit anderen Worten: Ein halbes Jahrtausend vor dem Konzil und vor dem neuen Papst-Buch hat der mittelalterliche Theologe schon ein klar differenziertes Bild!

Weder der Papst noch das Konzil sagen also etwas Neues! Es ist einfach eine permanente Lüge der antikirchlichen Aufklärer, die behaupten, früher seien ja alle Theologen dumm und fanatisch gewesen, und erst dank des Konzils sei man ja zu einer relativierenden Sicht der Dinge gekommen!

Luther hingegen schickt sich mit seiner oben erwähnten Schrift an, eine völlig undifferenzierte Verteufelung des jüdischen Volkes zu verbreiten, ähnlich seinen übrigen Pauschalverurteilungen (das Papsttum, die Kirche):

Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist`s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unser Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Das ist nichts anderes. Da ist kein menschliches Herz gegen uns Heiden. Solches lernen sie von ihren Rabbinern in den Teufelsnestern ihrer Schulen. (Von den Juden und ihren Lügen, Erstausgabe Wittenberg 1543, S. 95)

Darum, wo du einen rechten Juden siehst, magst du mit gutem Gewissen ein Kreuz für dich schlagen und frei und sicher sprechen: Da geht ein leibhaftiger Teufel. (Weimarer Ausgabe LIII, S. 479, zit. nach Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, a.a.O., S. 5)

Die Juden sind junge Teufel, zur Hölle verdammt. (Erlanger Ausgabe XXXII, S. 276, zit. nach Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, a.a.O., S. 13)

Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücke führen, einen Stein an den Hals hängen und ihn hinab stoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams. (Tischreden, Nr. 1795)

Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien …

Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben dasselbige drinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun …

Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein …

Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren …

Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind. Sie sollen daheim bleiben …

Zum sechsten, dass man … nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold und lege es beiseite zum Verwahren. Und ist dies die Ursache, alles was sie haben (wie droben gesagt) haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher.

Zum siebten, dass man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen … Man müsste ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben.

Summa, liebe Fürsten und Herren, so Juden unter sich haben, ist euch solcher mein Rat nicht eben, so trefft einen besseren, dass ihr und wir alle der unleidlichen, teuflischen Last der Juden entladen werden …
(Von den Juden und ihren Lügen, Erstausgabe Wittenberg 1543, S. 93-95)

Die Zitate aus der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ und den anderen Pamphleten sind zu abschreckend, als dass man weitere anführen möchte.

Um den gewaltigen Einfluss der antisemitischen Schriften Luthers auf Deutschland zu begreifen, hier ein kleiner Überblick der Bewertung der Schrift in Deutschland:

Karl Jaspers sagte nach dem Krieg im deutschen Bundestag:

„Was Hitler getan hat, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung in den Gaskammern.“

Julius Streicher hat sich bei seiner Vernehmung während des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses ausdrücklich auf Luther berufen.

Der Kirchenhistoriker Martin Brecht urteilt:

„Luther wurde so fatalerweise zum protestantischen Kirchenvater des Antisemitismus.“

Der unfassbare Wahnsinn des von Luther grundgelegten Antisemitismus gipfelt in diesem Zitat von Adolf Hitler:

„Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.“ (Adolf Hitler in: Zwiegespräche zwischen Adolf Hitler und mir, von Dietrich Eckart, München 1924; S. 34)

Der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach im Vorwort zu seiner Schrift „Martin Luther und die Juden – Weg mit ihnen!“, Freiburg 1938:

„Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird … die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.“

Jemand hat einmal gesagt: Hätte Händel nur den „Messias“ geschrieben, er hätte sich unsterblichen Ruhm und ewiges Andenken verdient. Bei Luther muss dieser Satz umgekehrt werden:

Diese Schrift ist so entsetzlich, dass sie allein genügen würden, das Andenken des Mannes, der sie verfasste, für immer zu tilgen.

Was wird aus der Luther-Dekade (2007 bis 2017), wenn sich herausstellt, dass dieser Mann eine ideologische Mitschuld am Judenhass des 3. Reiches trägt?

Bleibt nur zu hoffen, dass man nicht am Ende wünscht: Hätten wir das übertünchte Grab doch nicht geöffnet!

Damit Sie sehen, wie sehr die protestantische Haltung wegbereitend für den Nationalsozialismus war, hier zwei Karten zur Übersicht. Die erste zeigt den Anteil der katholischen Bevölkerung, die zweite den Anteil der NSDAP-Wähler. Die Nicht-Übereinstimmung ist verblüffend! (Wobei man aus diesen Karten nicht darauf schließen darf, dass jeder einzelne Protestant deswegen den Antisemitismus Luthers gutgeheißen hat.)


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: