Bischof Ralph Napierski – katholischer Bischof in Union mit der römisch-katholischen Kirche

Der Silvester-Mordanschlag auf 21 Kopten in Alexandrien war für viele keine Überraschung.

Das Verbrechen bestätigt  „einmal mehr, daß in Ägypten ein Klima der Feindseligkeit und der Ablehnung gegenüber der christlichen Minderheit im Land herrscht.“

Viele meinent, daß das Verhalten der Regierung den Nährboden für diesen Anschlag bereitet hat.

Die ägyptische Regierung erhält von den USA im Jahr 1.55 Milliarden Dollar. Davon werden 1.3 Milliarden Dollar für die Armee verwendet.

Die ägyptischen Christen machen etwa dreizehn Prozent der Bevölkerung aus. Sie sind seit dem ersten Jahrhundert im Land präsent.

Gesellschaftlich werden sie immer mehr an den Rand gedrängt.

Das Problem: Nach Artikel 2 der ägyptischen Verfassung ist das Land ein islamischer Staat. Seine Hauptrechtsquelle ist die Scharia.

Jeder Personalausweis enthält auch die Angabe der Religionszugehörigkeit seines Inhabers.

Es ist für einen Muslim praktisch unmöglich, zu einer anderen Religion zu konvertieren.

Exemplarisch hierfür ist Maher Ahmad El-Gohary. Vergeblich versuchte er im März 2010 vor Gericht die Religionszugehörigkeit in seinem Paß zu ändern.

Statt dessen wurden er und seine Familie als „vom Islam Abgefallene“ mit dem Tode bedroht.

Die Polizei schützt die Christen schlecht oder gar nicht

Die Diskriminierung der Christen gehört zum Alltag.

So müssen der Ausbau, die Renovierung und erst recht der Neubau christlicher Kirchen und Versammlungsstätten behördlich genehmigt werden.

Doch dieser Weg ist mit vielen Schikanen versehen ist und führt häufig nicht zum Ziel.

Christen müssen jederzeit damit rechnen, daß muslimische Nachbarn gegen sie vorgehen. Gewöhnlich bleibt die Polizei in diesen Fällen passiv.

Am vergangenen 15. November wurden mindestens 23 Wohnungen und mehrere Geschäfte in einem christlichen Viertel im Bezirk Qena in Oberägypten niedergebrannt.

Mehrer Christen wurden verletzt.

Auslöser für die Gewalt war ein Gerücht, daß ein junger koptischer Christ eine Beziehung zu einem muslimischen Mädchen aus der Nachbarschaft habe.

Das Gerücht war falsch. Doch es genügte, um Gewalt gegen die christliche Minderheit zu wecken.

Häufig schüren auch die Medien Gerüchte.

So wurde im Juli 2010 berichtet, die koptische Kirche halte zwei Ehefrauen koptischer Priester, die zum Islam konvertiert seien, gegen ihren Willen gefangen.

Ein anderes Gerücht besagte, die Kopten würden mit israelischer Hilfe Waffen horten, um gegen die islamische Mehrheit losschlagen zu können.

Diese Gerüchte erwiesen sich alle als falsch.

Sie führen jedoch dazu, daß die Christen eingeschüchtert wurden.

Der Fall Ashraf Thabet zeigt, daß Christen Bürger zweiter Klasse sind.

Thabet ist ein ehemaliger Muslim aus der 600.000-Seelen-Hafenstadt Port Said am Suez-Kanal.

Er wurde wegen der „Diffamierung einer offenbarten Religion“ gemäß dem ägyptischen Strafgesetz angeklagt.

Seine ehemaligen Freunde hatten ihn bei islamischen Geistlichen angezeigt. Diese informierten den ägyptischen Geheimdienst.

Der Geheimdienst lud Thabet vor. Im März wurde seine Wohnung durchsucht. Mehrere Gegenstände – darunter Thabets Computer – wurden beschlagnahmt.

Thabet wurde für 132 Tage in Untersuchungshaft genommen und unzähligen Verhören unterzogen.

In der Zwischenzeit überzeugten muslimische Geistliche seine Frau, sich von ihm scheiden zu lassen und ihn mit den Kindern zu verlassen.

Am 1. August wurde Thabet aus dem Gefängnis entlassen. Seinen Paß bekam er nicht wieder.

Er verlor seine Arbeitsstelle. Eine erneute Verhaftung samt Verurteilung schwebt wie ein Damoklesschwert über ihm.

 

 

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